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Tour 2001 3. Teil    
Tour 2001 2. Teil

 

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22. Tag 

31. Mai 2001 

317 mi/510 km 

 

 

Nun ist unsere Gruppe doch erheblich kleiner geworden ... Direkt vom Flughafen in Salt Lake City aus geht die Reise über Provo, den Hwy 6 rüber zur Interstate 70 und dann nach Moab, in den Canyonlands Nationalpark. Wir kommen abends an und fahren direkt zum Green River Overlook, zugleich auch dem einzigsten Campground im nördlichen Teil des Parkes (Island in the Sky). Der ist um diese Zeit mit seinen nur 20 Plätzen natürlich schon bis zum Anschlag voll. Selbiges gilt für den Campground am Dead Horse Point. Es gibt jedoch an der Zufahrtsstraße zum Park mehrere Stellen neben der Straße wo das wilde Campen erlaubt ist (sofern man im Besitz einer Chemietoilette ist). Also suchen wir uns hier ein nettes Plätzchen und kostenlos ist es auch noch. Na, ja, so ganz kostenlos war’s dann doch nicht. Beim zurückstoßen in unseren Standplatz (es muß natürlich der mit der besten Aussicht sein) falten wir das verdammt tief hängende Trittbrett an einer Bodenwelle zusammen, was am Ende der Tour mit US$ 150,00 zu Buche schlägt.

Fortan heißt es Vorsicht beim Verlassen des Wohnmobils. Das Trittbrett läßt sich nicht mehr herausziehen, und so ist ein großer Schritt nötig, um sicheren Boden zu erreichen.

Nach dem Frühstück fahren wir gleich bis zum Dead Horse Point und "kämpfen" dort zunächst mal um einen Campground. Der erste Platz der jetzt am frühen Morgen frei wird ist der unsrige. Dies melden wir auch gleich beim leicht überforderten Ranger an (der arme Mann ist heute allein für Eintritt kassieren, Campground vergeben, Park überwachen, Visitor Center betreuen und Postkarten verkaufen zuständig) und besiegeln die ganze Sache mittels Kreditkarte. Um wirklich auf Nummer sicher zu gehen stellen wir noch unseren guten Putzeimer auf unseren "frisch erworbenen" Platz. Am Dead Horse Point Overlook erhaschen wir noch einen kurzen Blick auf den Colorado,  fahren dann aber zurück in den Canyonlands NP grad um die Ecke, schließlich wollen wir am Dead Horse Point (gehört organisatorisch nicht zum Canyonlands NP)  nur übernachten. Wir beginnen am Upheaval Dome mit einer kleinen Wanderung und klappern dann nach und nach alle Aussichtspunkte, die sich bequem mit dem Wohnmobil erreichen lassen, ab. Besonders lohnend ist der am Grand View Point Overlook beginnende Trail am Canyonrand entlang. Auch hier erweist sich die Regel, eine Meile Weg = 1 Stunde (wegen des vielen fotografierens) als richtig. Zurück am Dead Horse Point (zu unserer Freude ist auch unser Putzeimer noch da) genießen wir den Sonnenuntergang.

 23. Tag

 1. Juni 2001

 86 mi/138 km

Canyonlands Nationalpark
Island in the Sky

Wir fahren weiter über Moab den Hwy 191 Richtung Süden. Lohnend ist der Abstecher (22 Meilen einfach) zum Needles Overlook, bietet sich dort doch ein Blick über den schier endlos erscheinenden Canyon. Leider sind mal wieder Wolken aufgezogen und so wirkt die ganze Sache etwas farblos. Der Hwy 211 führt uns zum Distrikt The Needles, dem südlichen Teil des Canyonlands NP. Auf direktem Weg durch den Canyon ist die Fahrt nur mit einem Geländewagen möglich. Auch hier leidet die Besichtigung etwas unter den Wolken. Zurück in Monticello übernachten wir auf dem Westerner Trailer Park, eine Entscheidung, die wir nach Blick in die Duschen bereuen.

 24. Tag

 2. Juni 2001

 231 mi/378 km

Natural Bridges Nat. Monument:
Owacomo Bridge

Ganz interessant und eine kleinere Alternative zum Arches Nationalpark ist das Natural Bridges National Monument (wer zum ersten Mal in der Gegend ist sollte sich allerdings lieber den Arches NP ansehen). Eine One-Way-Road vom Visitor Center aus führt im Bogen an den einzelnen Aussichtspunkten vorbei. In kürzeren oder längeren Wanderungen ist es möglich zu den drei Steinbögen abzusteigen. Wir entscheiden uns dafür dies an der Kachina Bridge zu tun (Abstieg ca. 1 Stunde). Der Weg zur Owachomo Bridge ist der kürzeste und von jedem zu bewältigen.
Den Rest des Tages nutzen wir um noch um nach Süden weiterzufahren. Die Campgrounds sind in dieser Ecke etwas spärlich und so wollen wir beizeiten an unserem Etappenziel, dem Canyon de Chelly National Monument sein. Dabei hilft es uns auch, das wir heute die Uhr wieder von Mountain- auf Pazific-Time umstellen, in dem Moment wo wir über die Grenze von Utah nach Arizona fahren gewinnen wir also eine Stunde. Unterwegs lernen wir auch, was es bedeutet, wenn eine Baustelle 10 Meilen vorher ausgeschildert wird: Irgendwann hört plötzlich der Teer auf und man fährt meilenweit auf einer Holperpiste, daß einem Angst und Bange um das Wohnmobil wird. Schließlich erreichen wir aber Chinle und es gibt noch genügend Platz auf dem zum Canyon de Chelly NM gehörenden Campground. Zu unserem Erstaunen ist dieser, obwohl mit Sanitäranlagen (WC, keine Duschen) versehen, kostenlos. Wieder sind wir im Navajoland, d. h. es ist hier verboten, alkoholische Getränke mit sich zu führen. Wir beschließen deshalb, unser Bier im Wohnmobil zu trinken (was natürlich genauso verboten ist, aber niemanden stört und deshalb auch nicht verfolgt wird). Theoretisch ist es in den ganzen USA verboten, Alkohol öffentlich zu trinken.

 25. Tag

 3. Juni 2001

 239 mi/385 km

26. Tag 

4. Juni 2001 

218 mi/351 km 

 

 

Nur ein kurzer Abstecher in den Park ist geplant. Vom Rand des Canyons aus schauen wir uns einige der winzigen Pueblos an. Man muß diese schon mit dem Fernglas suchen. Wer richtige Pueblos sehen will, dem empfehlen wir den Mesa Verde Nationalpark im Bundesstaat Colorado, der wesentlich interessanter ist. Wir wollen jedoch noch weiter zum Petrified Forest Nationalpark, den wir gegen Mittag erreichen. In den farbigen Sanddünen liegen zahlreiche versteinerte Bäume und Holzstücke herum. Diese Bäume stammen aus der Zeit der Dinosaurier, wurden von Lava überdeckt und nach und nach wurden die Holzfasern durch Mineralien ersetzt. Das Resultat sind Gebilde die wie richtige Bäume aussehen (inklusive Jahresringe) und in allen Farben schillern. Besonders lohnend sind der Trail bei Blue Mesa und der Long Logs Trail. Reizvoll wäre es schon hier ein Stück für die heimische Vitrine mitznehmen, davor wird jedoch ausdrücklich gewarnt. Die Strafen sind empfindlich und man muß damit rechnen, daß man beim Verlassen des Parkes auf den Kopf gestellt wird. Im Visitor Center kann man auf legalem Weg Steine erwerben, die stammen nicht aus dem Bestand des Parkes und sind speziell markiert um Mißverständnisse auszuschließen. Wer nach Süden weiter will, kann den Park Richtung Süden verlassen. Unsere Zeit neigt sich jedoch dem Ende zu. Geplant war die Weiterfahrt zum White Sands National Monument im Bundesstaat New Mexico. Von El Paso aus wollten wir mal einen Einkaufstrip nach Mexico rüber machen und dann weiter durch den Saguaro Nationalpark an der mexikanischen Grenze entlang weiter bis San Diego. Dem Highway  Nr.  1  entlang sollte uns die Tour in den Yosemite Nationalpark führen, um in diesem ein paar Tage zum Abschluß zu verbringen, bevor wir schließlich am Mono Lake vorbei nach Las Vegas zurückkehren wollten. Und erstens kommt es anders ...

Wir verlassen den Park im Norden wie wir reingekommen sind und fahren auf der Interstate weiter bis Holbrook auf den dortigen KOA.

Petrified Nationalpark

27. Tag 

5. Juni 2001 

351 mi/565 km 

 

 

Wenn nichts außergewöhnliches passiert (was soll schon auf so einer Tour passieren ...) erreichen wir heute Abend Las Vegas. Der größte Teil der Strecke führt uns auf der Interstate 40 über Flagstaff Richtung Westen bis nach Kingman. Von dort geht’s auf dem Hwy 93 zum Hoover Dam. Da wir noch massig Zeit haben, beschließen wir, uns den Damm noch von innen anzusehen, was uns den stolzen Betrag von US$ 10,00 pro Person für die 45 minütige Führung kostet. Es ist schon schwierig genug einen Amerikaner zu verstehen. Unser Führer spricht immer gleich 2 Sätze auf einmal, so verstehen wir fast gar nichts. Viel bringt die Tour nicht, sollte also nur dann unternommen werden, wenn man wirklich nichts mehr anderes zu tun hat.

Planmäßig erreichen wir am Abend Las Vegas und checken auf dem uns bekannten Circusland RV Park für 2 Nächte ein. Erst Übermorgen müssen wir unser Wohnmobil abgeben, aber putzen und aufräumen steht ja auch noch auf dem Programm.
Wie schon vor 2 Jahren gönnen wir uns den reizvollen Blick auf Las Vegas bei Nacht vom Stratosphere Tower (US$ 6.00 pro Person) aus.

Unser Wohnmobil bleibt heute den ganzen Tag stehen, das erste Mal in den 4 Wochen. Solange es am Vormittag noch nicht so heiß ist gehen wir nochmals den Strip entlang. Das meiste haben wir ja schon gesehen, aber die weißen Tiger von Sigfried und Roy noch nicht. Das klappt dieses Mal, wenn gleich der Bursche etwas lustlos in seinem Käfig rumhängt.

Jetzt, da es draußen heiß ist und im Wohnmobil dank Klimaanlage kühl, beginnen wir das Chaos von 4 Wochen in unseren Koffern zu verstauen. Innen muß das Wohnmobil besenrein sein, naja ein bißchen Wasser auf dem Fußboden kann ja auch nicht Schaden. Außen muß bei El Monte nur der gröbste Dreck beseitigt werden, sprich der "Muckenschiß" an der Frontpartie. Auf keinen Fall kommen wir noch einmal auf die Idee, mit dem Wohnmobil in einen Cleanpark zu fahren (siehe letzter Bericht).

Am Abend gehen wir dann noch mal übern Strip, wo wir besonders die Wasserspiele vor dem Hotel Bellagio bewundern.

 28. Tag

 6. Juni 2001

 0 mi/0 km

Las Vegas:
Hotel Luxor

Nun ist es also soweit, wir müssen den "Kasten" wieder abgeben. Wie wir das schon gewohnt sind, fahren wir mit einem leicht beschädigten Wohnmobil (Trittbrett) auf den Hof von El Monte. Böse ist man uns deswegen nicht, man berechnet uns halt die besagten US$ 150,00 für ein neues Trittbrett. Die restlichen Formalitäten laufen bei El Monte problemlos. Der Shuttle des Vermieters bringt uns noch zum Flughafen, da wir noch heute bis Los Angeles fliegen (buchungstechnische Gründe). Dort übernachten wir im Airporthotel Furama (Preis pro Person im 2- bzw. 3-Bettzimmer DM 74,00 bzw. DM 49,00, war ja schon vorgebucht, also haben wir auch beide Zimmer benutzt). Den Urlaub beschließt ein Abendessen beim Italiener an der Santa Monica Beach.

 29. Tag

 7. Juni 2001

 14 mi/23 km

30. Tag 

8. Juni 2001 

0 mi/0 km 

 

 

Wir verbringen den Vormittag mit umherschlendern. An einer stark befahrenen Straße findet ein Polizist mit Laserpistole auf dem Motorrad unsere Aufmerksamkeit. Es macht richtig Spaß zu warten bis das nächste Auto aus der Kurve rauskommt. Immerhin blieb uns dank umsichtiger Fahrweise in den vergangenen 4 Wochen eine solche "Konfrontation" erspart. Es macht durchaus Sinn, die Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuhalten, denn Kontrollen finden überall statt, man merkt's allerdings erst wenn ein Auto mit Sirene im Rückspiegel auftaucht ...

Gegen 15.00 Uhr geht unser Rückflug über Zürich nach Basel, wo wir am Nachmittag des nächsten Tages eintreffen ...

Noch ein paar Anmerkungen zum Schluß:

Wiederum haben wir die 4 Wochen exakt geplant. Krankheitsfälle kann man natürlich nicht einplanen, man sollte jedoch auch hier zumindest mit einer Auslandskrankenversicherung gewappnet sein (z. B. Globale, München, knapp DM 20,00 im Jahr). Diese hat sämtliche Arzt- und Krankenhausrechnung im Gesamtwert von annähernd DM 20000 problemlos übernommen. Ein Rücktransport kommt allerdings nur in Frage, wenn im Urlaubsland keine ausreichende Versorgung gewährleistet ist, und das ist in den USA nun mal nicht der Fall. Ohne Eigeninitiative läßt sich so ein Fall im Ausland nicht lösen. Trotz aller Freundlichkeit der behandelten Ärzte blieb es uns nicht erspart auch mal "deutlich" zu werden. Im Hickhack zwischen den Ärzten vor Ort "am besten Sie fliegen heim" und der Aussage unserer Versicherung, "die Behandlung vor Ort ist möglich", haben wir uns zwischendurch im Kreis gedreht. Manchmal ist etwas Beharrlichkeit nötig um zum Ziel zu kommen. Besonders hat sich das im Krankenhaus in Cedar City gezeigt, wo unser Entschluß "hier gehen wir ohne eine Lösung für unser Problem nicht mehr raus", schließlich zum Erfolg geführt hat. Insgesamt muß man aber sagen, dass wir in dieser Notsituation auf große Hilfsbereitschaft gestoßen sind und wir möchten uns an dieser Stelle bei allen bedanken, die uns so unbürokratisch geholfen haben. Es ist fast unglaublich, aber in keinem der drei Krankenhäuser mußten wir auch nur einen Cent vorstrecken. Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft des Personals hat uns über manchen psychologischen Tiefpunkt weggeholfen. Man hat sich sehr viel Mühe gegeben die Sprachschwierigkeiten zu überbrücken und bei der formalen Abwicklung mit der Versicherung zu helfen.

Leider hat sich unser Vollschutz bei der ELVIA Reiseversicherung zum großen Teil als Flop erwiesen. Ein Reiseabbruch liegt erst dann definitiv vor, wenn man in den Flieger nach Hause steigt und nicht etwa schon dann, wenn der Krankenhausaufenthalt beginnt. Eine Erstattung gab’s nur anteilig für die 2 Personen, die vorzeitig abgereist sind (obwohl alle Beteiligten als Risikopersonen gelten) und dies nur für die letzte Woche. Entgangene Urlaubsfreuden sind nicht versichert, so die lapidare Erklärung der Versicherung. Anstandslos übernommen wurde der Extraflug von Salt Lake City nach Los Angeles (US$ 132.25) und die Umbuchungsgebühren für den eigentlichen Rückflug (DM 200,00 pro Person). Wir jedenfalls sind auf der Suche nach einer anderen Reiseversicherung, die eventuell auch einen Reiseunterbruch versichert ...

Unverzichtbar für solch ein Unternehmen ist eine Kreditkarte (Mastercard/VISA). Während die Kreditkarte den täglichen Einkauf einfach nur erleichtert (auch kleinere Beträge können problemlos damit bezahlt werden), wird sie bei der Wohnmobilübernahme zur Zahlung der Kaution verlangt. Zudem erleichtert sie die anschließende Reisekostenabrechnung erheblich.

Das Wohnmobil gab’s diesmal noch einen halben Meter länger wie beim letzten Mal. Phänomänal war natürlich der Slider, was den Aufenthalt im Wohnmobil um einiges angenehmer macht. Als zu kurz erwiesen sich allerdings 2 Betten (umgebaute Eßecke und Sofa). Schlecht war auch, daß sich nur mit Strom heizen ließ (in unserem letzten Wohnmobil heizte man mit Gas, lediglich die Ventilatoren wurden übers Bordnetz betrieben und dies war bis zu 2 Stunden über Batterie möglich). Das Trittbrettproblem werden wir beim nächsten Mal präventiv mit dem Schraubenschlüssel lösen (Rollgabelschlüssel, die Amis haben andere Maße).
Da die Ausstattung der Mobile jedoch von Jahr zu Jahr schwankt, ist es von zu Hause aus kaum möglich, auf jedes Detail Einfluß zu nehmen. Auf Überraschungen muß man also gefaßt sein. Nach Möglichkeit sollte man auch auf Schlafsäcke bestehen, auch wenn man die in Las Vegas sicher nicht braucht.
Unsere Erfahrung hat jedoch gezeigt, daß man bereits nach 1 - 2 Tagen in wesentlich kühleren Gebieten sein kann.

Trotz Turbulenzen sind wir knapp 4400 Meilen (ca. 7200 km) gefahren. Hätten wir die Runde so wie geplant gemacht, wären es sicher über 8000 km geworden, was in 4 Wochen bequem zu schaffen ist. Unsere Wahl war diesmal auf jeden Fall richtig, die Meilen pauschal zu bezahlen.

Der Benzinverbrauch lag diesmal bei gut 30 Liter/100 km, der Preis pro Liter Benzin im Schnitt bei DM 1,03.

Die Kosten lagen diesmal bei rund 5400 DM pro Person (für die 3, die die Reise komplett gemacht haben).

Der Urlaub wird uns sicher unvergessen bleiben. An die Zeit die wir streßfrei verbracht haben denken wir gerne zurück. Den Rest haken wir als Lebenserfahrung ab. Eines ist sicher, wir lassen uns nicht davon abbringen, nochmals mit dem Wohnmobil die USA zu erkunden ...

 

Christoph und Markus Eble

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Gerne nehmen wir Anregungen entgegen oder beantworten Fragen: christoph.eble@online.de 
Stand: 11. Mai 2006