Home Nach oben Inhalt

Tour 1999 3. Teil    
Tour 1999 2. Teil

 

Nach oben

Dieser Tag beginnt um 5.00 Uhr morgens. Rund 1000 km, zum größten Teil Interstate stehen heute auf dem Programm. Die Fahrt führt uns über Twin Falls (ID), Wells (NV) und Carson City (NV). Am Abend erreichen wir zwar gestreßt von der langen Tour, jedoch froh diesen Streckenabschnitt an einem Tag geschafft zu haben (durch die Rückstellung der Uhr auf Pacific-Time haben wir eine Stunde gewonnen), den Lake Tahoe in Kalifornien.

Was wir nicht eingeplant haben, ist, daß der Lake Tahoe das Naherholungsgebiet der Bewohner San Franciscos schlechthin ist, und am heutigen Samstagabend hier schlichtweg der Bär los ist. Dies wird dadurch verstärkt, daß der Lake Tahoe teilweise zum Bundesstaat Nevada gehört, und sich die Kalifornier nur gerade bis hinter die Staatengrenze zu begeben brauchen, um ein Spielerparadies "Marke Klein Las Vegas" vorzufinden. Einen Platz bekommen wir dann doch noch auf dem Tahoe Valley Campground

Fazit: Da der Lake Tahoe zwar schön gelegen, jedoch aufgrund zahlreicher Privatgrundstücke kaum zugänglich ist, werden wir beim nächsten Mal, zumal am Wochenende, einen riesigen Bogen darum machen.

 21. Tag

 22. Mai 1999

 626 mi/
       1008 km

22. Tag 

23. Mai 1999 

225 mi/362 km 

Mit der Rückkehr nach Kalifornien haben wir unseren eigentlichen Tourenplan "abgearbeitet". Aufgrund dessen, daß wir großzügig geplant hatten, bleiben jetzt am Schluß noch 4 Tage übrig. Wir beschließen, den Yosemite Nationalpark noch dran zu hängen. Leider reist an diesem Tag Fortuna nicht mit. Angekommen im Yosemite NP am späten Nachmittag, verliert einer der Zwillingsreifen rechts hinten Luft und ist innerhalb kürzester Zeit platt. Zudem ist der Park, es ist Sonntag, hoffnungslos überfüllt und auf dem zu diesem Zeitpunkt einzig offenen Campground ist (aufgrund der Höhenlage des Yosemite NP in der Sierra Nevada öffnen die anderen Campingplätze, die allesamt am Tioga-Paß liegen, erst Anfang Juni) kein Platz mehr zu bekommen.
Ohne Übernachtungsmöglichkeit, aber dafür mit Plattfuß retten wir uns vertrauensvoll zunächst einmal in die Yosemite Garage. Da es sich um Zwillingsreifen handelt können wir ja langsam weiterfahren. Telefonisch holen wir uns die Zusage von Cruise America, die Reparatur hier durchführen zu lassen (US$ 26,00, wird später erstattet).
Zu erwähnen bleibt hier noch, daß ausgeliehene Wohnmobile prinzipiell nie mit einem Wagenheber ausgestattet werden, damit schon gar keiner auf die Idee kommt eine Reparatur selbst durchzuführen. In der Yosemite Garage werden wir jedoch bestens versorgt (trotz Sonntagnachmittag) und nach einer Stunde haben wir wieder 6 intakte Räder. Nur einen Campground haben wir noch immer nicht. Ein paar Meilen vom Park entfernt finden wir jedoch den Indian Flat RV Park.

Yosemite Nationalpark:
Merced River

23. Tag 

24. Mai 1999 

182 mi/293 km 

Noch einmal fahren wir die paar Meilen in den Yosemite NP zurück, um das durchzuführen, was bereits gestern auf unserem nunmehr improvisierten Programm stand. Der Yosemite NP läßt sich prima an Hand von ein paar kleinen Wanderungen erkunden, z. B. zu den verschiedenen Wasserfällen. Gegen Nachmittag beschließen wir die restliche Zeit zu nutzen, und noch möglichst nah in die Umgebung von San Francisco zu kommen. Wir fahren bis nach Stockton, im Vorort Lodi kommen wir auf dem KOA Campground unter.

Die letzten zwei Tage wollen wir nutzen um nochmals ein Stück dem Pazifik entlang zu fahren. Ziel ist es, zum Schluß San Francisco über die Golden Gate Bridge zu erreichen. Wir fahren also von Stockton über Concord, Vallejo und Santa Rosa bis Albion an der Pazifikküste und dort auf dem Highway No. 1 zurück bis zum KOA Campground Manchester Beach. Die restliche Zeit können wir somit am Pazifikstrand relaxen, wenngleich die Wassertemperatur nur ein kurzes Fußbad zuläßt.

 24. Tag

 25. Mai 1999

 238 mi/383 km

25. Tag 

26. Mai 1999 

225 mi/362 km 

Das Wetter an diesem Tag läßt einiges zu wünschen übrig, oder anders gesagt, die Pazifikküste zeigt sich so, wie es für diese Gegend fast normal ist. Nebel und Nieselregen begleiteten uns. Zu allem Überfluß bleiben wir dann auch noch mit dem Dach an einem Baum hängen (an einem offiziellen Ausweichplatz neben der Straße). Resultat: Die Abdeckung des Abluftschachtes von Kühlschrank und Dusche fehlt zur Hälfte. Danach beschließen wir die Küste zu verlassen und bereits 5 Meilen in Richtung Landesinneres lacht uns wieder die kalifornische Sonne entgegen. In Petaluma finden wir dann (nach etwas Fragerei) die Werkstatt RV Hansel, die uns für nur US$ 37,00, trotz Mittagspause, in "Nullkommanix" mit einer neuen Abdeckung versorgt. Gut gelaunt ob unserem nun wieder intakten Wohnmobils fahren wir nun weiter direkt auf San Francisco zu. Ein kleiner Abstecher in das Fischerdorf Sausolito jenseits der Bucht von San Francisco hätte zwar sicherlich noch recht interssant werden können, es ist jedoch unmöglich in den engen Gassen dieses Städtchens einen Parkplatz zu finden.

Nun folgt die lang ersehnte Fahrt über die Golden Gate Bridge hinein in die Rushhour von San Francisco und quer durch die Stadt zu unserem bereits bekannten Candlestick RV Park.

Am Abend wollen wir das Wohnmobil noch in einem Clean-Park reinigen und dabei passiert uns unser größter Lapsus: entweder war die Höhenkontrolle nicht richtig eingestellt oder wir haben nicht richtig aufgepaßt; jedenfalls krachts und die Solarzelle oben auf der Klimaanlage ist futsch (Schaden ca. US$ 180,00). Das Wohnmobil ist danach zwar sauber aber unsere Stimmung trotzdem verständlicherweise im Keller, zumal wir mit unserem Wohnmobilvermieter ja eh nicht mehr "ganz grün" sind.

Nach drei Wochen ist es nun an der Zeit, das Wohnmobil wieder bei Cruise America abzugeben. Wie erwartet (befürchtet) wird das wieder eine langatmige, nervenaufreibende Prozedur die wir gegen 11.00 Uhr glücklich hinter uns gebracht haben. Wir werden zu unserem gebuchten und bereits bekannten Hotel Handlery Union Square gefahren. Dort steigen wir nochmals für eine Nacht ab.
Den Nachmittag nutzen wir zu einem abschließenden kleinen Rundgang durch San Francisco.

 26. Tag

 27. Mai 1999

 23 mi/37 km

San Francisco:
Cable Car und Insel Alcatraz

Auf 5.45 Uhr haben wir das Airport-Shuttle (telefonisch am Vortag, US$ 55,00) zu unserem Hotel bestellt. Unser Flug mit Delta Airlines geht um 7.45 Uhr. Planmäßig erreichen wir gegen 16.00 Uhr (inzwischen haben wir die Uhr um 3 Stunden vorgestellt) den John F. Kennedy Airport in New York.

Normalerweise ist es kein Problem, von JFK mit der U-Bahn in die City von New York zu kommen. Hat man allerdings Gepäck für 4 Wochen im Schlepptau kann schon der Zugang in den überfüllten Shuttle-Bus zur U-Bahn Station unmöglich werden.

Also ordern wir wiederum einen Shuttle-Service, was uns nochmals US$ 50,00 kostet. Gegen 18.00 Uhr erreichen wir das zwar nicht sehr komfortable, aber mit DM 119,00 bzw. DM 91,00 im Zwei- bzw. Dreibettzimmer billigste, Hotel Pennsylvania im Zentrum Manhattans (beim nächsten Mal werden wir uns aber doch ein anderes Hotel suchen). Wir beziehen die Zimmer für 2 Nächte.
Unser erster Besuch in New York gilt dem Empire State Building (Eintritt US$ 6,00), um uns bei untergehender Sonne einen Überblick über die Metropole zu verschaffen.

 27. Tag

 28. Mai 1999

 0 mi/0 km

28. Tag 

29. Mai 1999 

0 mi/0 km 

Nur ein kompletter Tag steht uns für die Erkundung von New York zur Verfügung. Also fahren wir mit der U-Bahn nach Downtown Manhattan. Mit der Fähre (Überfahrt US$ 6,00) setzten wir zur Freiheitsstatue nach Liberty Island über. Ob des riesigen Andrangs schenken wir uns den Aufstieg auf die Statue. Nach der Rückkehr geht’s weiter mit der U-Bahn zurück bis zum Central Park. Erschöpft durch die Hitze (in New York ist es Ende Mai bereits recht heiß) genießen wir die Kühle des Parkes. Gegen Abend schlendern wir entlang der Luxus-Shopping-Meile 5th Avenue bis St. Patricks Church und weiter nochmals mit der U-Bahn nach Downtown Manhattan. Auf der Aussichtsplattform des World-Trade-Centers (Eintritt US$ 12,50) erwarten wir den Einbruch der Dunkelheit. Ein unbeschreibliches Schauspiel, wenn sich New York in ein Lichtermeer verwandelt.

New York:
Freiheitsstatue

29. Tag 

30. Mai 1999 

0 mi/0 km 

Unsere letzte Nacht in Amerika liegt hinter uns. Zum letzten Mal werden die Koffer gepackt und bei der hoteleigenen Gepäckaufbewahrung abgegeben. Kosten: US$ 4,00 pro Gepäckstück, ein wahrer Wucher aber schließlich können wir unsere Koffer ja nicht mit auf Sightseeing-Tour nehmen.
Wir fahren mit der U-Bahn nach Brooklyn und laufen über die Brooklyn Bridge zurück nach Manhattan und lassen nochmals die Skyline auf uns wirken. Erschöpft lassen wir uns nach dem Mittagessen im Battery Park nieder. Nicht nur die Hitze macht uns zu schaffen. Jetzt da der Heimflug nur noch wenige Stunden auf sich warten läßt, ist die Lust, noch neues zu erleben rapide gesunken. Inzwischen haben wir vier Wochen voller Erlebnisse hinter uns und so scheint es nun genug zu sein. Dennoch möchten wir keine Stunde der 4 Wochen missen ...

Wir fahren mit der U-Bahn zurück zum Hotel, holen unsere Koffer und warten auf den tags zuvor bestellten Shuttle-Service (nochmals US$ 50,00), der uns nach Newark bringen soll.
Pünktlich um 20.30 Uhr hebt unsere Maschine der Swissair in Newark ab. In der Luft drehen wir nochmals eine große Schleife über das nächtliche Manhattan, sehen nochmals das Empire-State-Building, das World-Trade-Center und Tausende andere Lichter bevor die Maschine auf den Atlantik hinausfliegt.
Etwas Beklommenheit überkommt uns doch, jetzt wo der Abschied von Amerika endgültig zu sein scheint. Mit uns fliegen jedoch nicht nur unvergeßliche Erlebnisse und Eindrücke, sondern auch der Wunsch, solch einen Urlaub bald wieder zu machen ...

Noch ein paar Anmerkungen zum Schluß:

Die ausführliche Vorplanung hat uns viel Spaß gemacht und sich vor Ort als sehr hilfreich erwiesen. Es ist angenehm wenn man eine grobe Vorstellung in Sachen Zeiten und Distanzen hat und ungefähr weiß was man sehen will und worauf man achten muß (umgekehrt hat der nicht vorgeplante Schluß, Yosemite Park, dann auch prompt zu etwas Chaos geführt).

Besonders hilfreich bei der Planung war der TripMaker von Rand McNally (CD-Rom im Buchhandel für ca. DM 80,00 erhältlich). Er bietet die Möglichkeit schnell Routen zusammenzustellen, Entfernungen und Fahrzeiten zu ermitteln und Routen zu vergleichen. Zudem ist er eine ideale Ergänzung zu den herkömmlichen Reiseführern. Weitere Literatur: Rand McNally Straßenatlas, Durch den Westen der USA  (Verlag Reise Know-How) sowie Baedeker San Francisco und USA Südwest.

Nicht versäumen sollte man dabei die Lektüre der wichtigsten Gesetze und Gepflogenheiten der USA, denn da gibt es doch das eine oder andere was für unser eins ungewohnt ist. Und selbstverständlich sollte man bei allem was man unterschreibt das Kleingedruckte sorgfältig lesen.

Unverzichtbar für solch ein Unternehmen ist eine Kreditkarte (Mastercard/VISA). Während die Kreditkarte den täglichen Einkauf einfach nur erleichtert (auch kleinere Beträge können problemlos damit bezahlt werden), wird sie bei der Wohnmobilübernahme zur Zahlung der Kaution verlangt. Zudem erleichtert sie die anschließende Reisekostenabrechnung erheblich.

Das gemietete Wohnmobil (Fahrzeugtyp C30, empfohlen für 4 Erwachsene und 2 Kinder) erwies sich für 5 Erwachsene als gerade noch ausreichend. Ein größeres ist jedoch nicht zu bekommen. So bleibt als Alternative nur ein zweites Wohnmobil zu mieten, was jedoch die Kosten unangemessen in die Höhe treibt. Insgesamt sind wir ca. 4500 Meilen (ca. 7300 km) gefahren. Dies läßt sich angesichts der amerikanischen Verkehrsverhältnisse ganz gut in drei Wochen schaffen, viel mehr sollte es aber auch nicht sein. Bewährt hat sich hier auch die Faustregel, daß die effektiv zurückgelegte Strecke ca. 20% größer ist als die reine Entfernung zwischen den angefahrenen Orten.

Der Benzinverbrauch für ein Wohnmobil dieser Größe liegt bei ca. 27 Liter/100 km, der Preis pro Liter Benzin liegt bei DM 0,61 - 0,87.

Bei jedem Wohnmobilvermieter ist es möglich Meilenpakete zu buchen. Der Preis pro Meile ist dadurch geringfügig billiger. Gerade auch deshalb ist es wichtig, eine ungefähre Vorstellung zu haben, wie lange die Tour werden soll. Achtung: Zuviel gebuchte Meilen werden nicht zurückerstattet. Unser Tip: Nur einen Teil der geplanten Meilen vorbuchen, denn es ist besser, wenn der Vermieter zum Schluß noch Geld zu bekommen hat. So ist es möglich, die Mehrmeilen mit der Kaution zu verrechnen.
Die Kosten sind mit 4500 DM pro Person recht moderat ausgefallen. Hierzu hat sicherlich die Selbstversorgung und die Teilung des hohen Fixkostenblocks Wohnmobil durch 5 beigetragen (siehe auch beigefügte Kostenaufstellung).
Für zwei Personen scheint uns ein Kostenansatz von 6000 DM pro Person realistisch zu sein.

Auch wenn der Urlaub nicht ganz streßfrei verlaufen ist (Einreise, Wohnmobilübernahme, Transfers werden wohl nie ganz ohne Streß abgehen) hat uns dieser Urlaub begeistert und wir freuen uns schon auf die nächste Tour.

 Christoph und Markus Eble

zurück

 

Gerne nehmen wir Anregungen entgegen oder beantworten Fragen: christoph.eble@online.de 
Stand: 08. Mai 2006